Anleitung
Clip-In Extensions selbst einsetzen: Schritt für Schritt in zehn Minuten
Wo welches Clip-In hinkommt, wie du es bei kurzen Haaren unsichtbar bekommst, und die fünf Fehler, die fast alle am Anfang machen.
Clip-Ins selber einzusetzen ist die einzige Methode, die du wirklich selbst machen kannst und sollst. Keine Hitze, kein Kleber, nichts, was am Eigenhaar hängen bleibt. Wer den Dreh raushat, braucht abends fünf bis zehn Minuten. Beim ersten Mal dauert es länger, und das ist völlig normal.
Was du brauchst
Einen Stielkamm zum sauberen Abteilen, zwei bis drei große Haarklammern, einen Handspiegel für den Hinterkopf und deine Clip-Ins, nach Breite sortiert hingelegt. Mehr nicht. Kein Hitzewerkzeug, keine Zange, kein Löser.
Wichtig vorab: Clip-Ins kommen in trockenes Haar. In nassem oder feuchtem Haar rutschen die Klammern, und das Gewicht zieht deutlich stärker. Frisch gewaschenes, ganz glattes Haar ist ebenfalls ungünstig, weil die Klammern darin keinen Halt finden. Am besten sitzt es im Haar vom zweiten Tag oder mit etwas Ansatzpuder an den Klammerstellen.
Wie viele Clip-Ins bekommst du und wo kommen sie hin
Ein Set besteht nicht aus lauter gleich breiten Teilen. Breite Clip-Ins decken hinten Fläche ab, schmale sitzen flexibel an den Seiten und am Gesicht. Bei uns stellst du dir das Set selbst zusammen, die Aufteilung im Grundset sieht so aus:
| Menge | Gesamtbreite | 5 cm | 10 cm | 20 cm | 25 cm |
|---|---|---|---|---|---|
| 100 g | 70 cm | 2 | 2 | 2 | 0 |
| 125 g | 85 cm | 3 | 3 | 2 | 0 |
| 150 g | 95 cm | 2 | 2 | 2 | 1 |
| 200 g | 120 cm | 2 | 2 | 2 | 2 |
| 250 g | 145 cm | 2 | 2 | 2 | 3 |
Die Reihenfolge von unten nach oben: die breiten Teile in den Nacken, die mittleren darüber, die schmalen an die Seiten über den Ohren und ganz zum Schluss eventuell eines für mehr Fülle am Oberkopf. Wie viel Gewicht insgesamt sinnvoll ist, rechnet dir der Gramm-Rechner aus.
Schritt für Schritt
1. Ganz unten anfangen
Teile das Haar waagerecht knapp über dem Nacken ab, ungefähr auf Höhe der Ohrläppchen oder darunter. Das obere Haar nach vorne klammern. Die Partie, die stehen bleibt, muss breit genug sein, um das Clip-In später vollständig zu bedecken.
2. Ansatz griffig machen
Toupiere den Ansatz der abgeteilten Partie ganz leicht an, nur zwei, drei Bewegungen mit dem Kamm. Das ist der Unterschied zwischen einem Clip-In, das den ganzen Abend sitzt, und einem, das nach zwei Stunden rutscht. Alternativ etwas Ansatzpuder.
3. Mittlere Klammer zuerst
Öffne alle Clips des breitesten Clip-Ins. Die kleinen Klammern an der Oberkante heissen genau so, manche sagen auch Clips dazu. Setze die mittlere Klammer an, drücke sie zu, dann die beiden äußeren. Wer außen anfängt, zieht das Teil schief. Die Klammern greifen in den toupierten Ansatz, nicht in die Kopfhaut, und nicht in die Längen.
4. Zwei Finger Abstand zum Haaransatz
Ungefähr zwei Fingerbreit unter dem Ansatz ist die richtige Höhe. Zu weit oben drückt sich die Kante durch, wenn du den Kopf bewegst. Zu weit unten hängt das Clip-In und schaut an den Seiten heraus. Und immer einen Finger Abstand zum seitlichen Haaransatz lassen, sonst blitzt es beim Ohr hervor.
5. Nach oben arbeiten
Nächste waagerechte Partie abteilen, etwa zwei bis drei Zentimeter über der ersten, und das nächstbreite Clip-In setzen. So arbeitest du dich nach oben. Zwischen den Reihen muss genug Eigenhaar bleiben, um die darunter liegende Reihe zu bedecken.
6. Die Seiten zum Schluss
Die schmalen Clip-Ins kommen über die Ohren, ungefähr auf Höhe der Schläfe. Hier ist weniger mehr. Ein schmales Teil pro Seite reicht fast immer, sonst wird es schwer und fällt beim Zurückstreichen auf.
7. Verblenden
Alles Eigenhaar wieder nach unten fallen lassen und mit den Fingern oder einer breiten Bürste ineinander kämmen. Zum Schluss die Spitzen einmal gemeinsam glätten oder wellen, damit Eigenhaar und Extensions dieselbe Bewegung haben. Genau dieser letzte Schritt macht den Übergang unsichtbar, nicht die Farbe allein.
Bei kurzen Haaren: die drei Regeln
Kurzes Haar heißt nicht, dass Clip-Ins nicht gehen. Es heißt, dass drei Dinge strenger gelten.
Erstens: tiefer setzen. Je kürzer dein Haar, desto weiter unten muss die erste Reihe sitzen, damit sie noch bedeckt wird. Was du nicht bedecken kannst, darf nicht drunter liegen.
Zweitens: weniger Länge auf einmal. Ein Sprung von einem Bob auf 60 Zentimeter sieht selten echt aus. Realistisch sind etwa zwanzig bis dreißig Zentimeter mehr als die Eigenlänge. Wer mehr will, kommt um einen Angleichschnitt nicht herum.
Drittens: schneiden lassen. Ein Set von der Stange endet unten in einer geraden Kante, dein Kurzhaarschnitt nicht. Der Übergang entsteht erst, wenn jemand die Extensions in deinen Schnitt einarbeitet. Das kostet in der Regel wenig und macht optisch den größten Unterschied. Eine Friseurin dafür findest du über unseren Salon-Finder.
Die fünf häufigsten Fehler
Zu weit oben angesetzt. Der häufigste Fehler überhaupt. Wenn du den Kopf nach vorne neigst und die Kante sichtbar wird, sitzt es zu hoch.
Alles auf eine Höhe. Zwei Reihen direkt übereinander erzeugen eine dicke Stufe. Zwei bis drei Zentimeter Abstand zwischen den Reihen, dann fällt nichts auf.
Zu nah an den seitlichen Haaransatz. Beim Zurückstreichen blitzt es hervor. Ein Finger Abstand nach innen löst das.
Mit Clip-Ins schlafen. Nie. Die Klammern drücken sich in die Kopfhaut und ziehen die ganze Nacht an denselben Stellen. Clip-Ins sind zum abends Rausnehmen gemacht, das ist ihr ganzer Vorteil.
Immer dieselben Stellen. Wenn du sie täglich trägst, verschiebe die Reihen ab und zu um ein bis zwei Zentimeter. Dauerhafter Zug auf immer derselben Partie ist die einzige Art, wie Clip-Ins dem Eigenhaar schaden können.
Zopf, Pferdeschwanz und Locken mit Clip-Ins
Für einen Pferdeschwanz setzt du die Clip-Ins nicht flach in den Nacken, sondern rund um die Stelle, an der der Zopf sitzen soll, also im Halbkreis oberhalb davon. Erst binden, dann ein schmales Teil um das Haargummi legen und verdecken.
Für Zöpfe und geflochtene Frisuren gilt: möglichst wenige, dafür breite Teile, sonst zeichnen sich viele kleine Klammern im Geflecht ab.
Locken kannst du in Echthaar-Clip-Ins ganz normal mit Lockenstab oder Glätteisen machen, aber immer mit Hitzeschutz und lieber bei 160 bis 180 Grad statt heißer. Und ein Vorteil, den viele übersehen: Style die Clip-Ins auf dem Tisch, bevor du sie einsetzt. Das geht schneller, ist gleichmäßiger und du verbrennst dir nicht die Finger.
Was du selbst kannst und was nicht
| Methode | Selbst machen? | Warum |
|---|---|---|
| Clip-In | Ja, dafür gemacht | keine Hitze, kein Kleber, jederzeit wieder raus |
| Tape-In | Nur mit Übung, besser zu zweit | Man arbeitet am Hinterkopf blind, schief geklebt hält es nicht |
| Keratin-Bonding | Nein | 190 bis 200 Grad direkt am Eigenhaar, falsche Strähnenstärke bricht Haar ab |
| Tressen mit Ringen | Nein | Wird eingenäht, Spannung und Abstände muss jemand können |
Häufige Fragen
Wie lange dauert das Einsetzen?
Beim ersten Mal zwanzig bis dreißig Minuten, weil du die Stellen suchst. Wenn du deine Reihen einmal kennst, sind es fünf bis zehn Minuten.
Sieht man die Clip-Ins?
Nicht, wenn drei Dinge stimmen: tief genug angesetzt, genug Eigenhaar darüber, und Eigenhaar und Extensions am Schluss gemeinsam gestylt. Die Farbe allein macht es nicht.
Kann ich mit Clip-Ins schlafen oder duschen?
Nein zu beidem. Sie kommen abends raus. Genau dafür sind sie da, und deshalb sind sie die schonendste Methode überhaupt.
Gehen Clip-Ins bei sehr feinem Haar?
Ja, aber mit weniger Gewicht und schmaleren Teilen, damit sich die Klammern nicht durchdrücken. Bei feinem Haar sind 100 bis 125 Gramm die richtige Größenordnung, mehr ist nicht besser. Mehr dazu im Ratgeber zu Extensions für dünnes Haar.
Wie oft muss ich Clip-Ins waschen?
Deutlich seltener als Eigenhaar, weil kein Kopfhautfett hineinkommt. Nach etwa fünfzehn bis zwanzig Trageabenden reicht meistens. Zu häufiges Waschen ist der schnellste Weg, Echthaar stumpf zu machen.
Kann ich Clip-Ins färben?
Dunkler tönen geht meist. Aufhellen ist heikel, weil das Haar sich nicht mehr regeneriert. Sicherer ist es, die Farbe gleich passend zu bestellen, notfalls als Wunschfarbe nach deinen Fotos.
Fazit
Von unten nach oben arbeiten, den Ansatz leicht antoupieren, die mittlere Klammer zuerst, zwei Fingerbreit Abstand nach oben und einen Finger nach außen, und zum Schluss alles gemeinsam stylen. Damit sitzt es. Nachts raus, Stellen ab und zu verschieben, dann hält auch dein Eigenhaar das dauerhaft aus.